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Eishockeyverband NRW weiht Geschäftsstelle offiziell ein

Rund drei Jahre ist es nun schon her. Im Streit, der sich an einer Sperre gegen die Senioren und den Nachwuchs der Ruhrgebietsvereine aus Duisburg, Herne und Essen entzündete, dem sich auch die Stammvereine der vier nordrhein-westfälischen DEL-Vereine anschlossen, entstand – als Abspaltung vom Landeseissport-Verband NRW, einer Mehrsparten-Organisation, der Eishockey-Verband Nordrhein-Westfalen – der erste reine deutsche Eishockey-Verband aus Landesebene. Am Montagabend hat der EHV NRW im Süden Düsseldorfs nun seine Geschäftsstelle offiziell eingeweiht.

„Alle 36 Vereine in Nordrhein-Westfalen, die Eishockey betreiben, sind Mitglied im EHV NRW“, sagte Verbandspräsident Rainer Maedge. Seit der Saison 2016/17 betreibt der neue Verband nun schon den Spielbetrieb auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen. Über 1600 Spiele und Turniere veranstaltet der Verband pro Saison; insgesamt bietet der EHV NRW 32 verschiedene Ligen im Männer-, Frauen- und Nachwuchsbereich an. Seit Dezember 2015 ist der Verband Mitglied im Deutschen Eishockey-Bund, seit Februar 2016 im Landessportbund NRW. Seit Sommer dieses Jahres ist der EHV NRW offizielle Passaußenstelle des DEB, seit Juni 2017 alleiniger Partner des LSB für Eishockey-Leistungssportförderung – das sind die reinen Zahlen und Angaben des EHV NRW.

„Alleine 57 ehrenamtliche Helfer unterstützen den Spielbetrieb des EHV NRW. Da sind die Ehrenamtler der Vereine noch gar nicht berücksichtigt“, erklärt Maedge. „Unter Achim Staudt wurde der gesamte Spielbetrieb aus dem Boden gestampft. Das ist eine unglaubliche Leistung“, sagt Maedge. Doch die Hauptaufgabe des noch jungen Verbands, der nun an der Vennhauser Allee in Düsseldorf beheimatet ist, sieht der EHV-Präsident in der Zahl der nutzbaren Eisflächen im Land. „Hier geht es um die ganz normalen Eissporthallen“, so Maedge. „Das hat lange in der Politik keine Rolle gespielt. Und wenn eine Eishalle erst einmal zu ist, ist es sehr schwer, sie wieder zu reanimieren, wie in Unna. Netphen haben wir bereits verloren.“

Das Projekt „Moderne Sportstätten 2022“ soll helfen, über dass das Land Nordrhein-Westfalen 300 Millionen Euro an Fördergeldern – natürlich für Sportstätten aller Art – bereit hält. „Hier geht es nicht nur um Hallen, die sich im Eigentum der Vereine befinden“, sagt Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in der Staatskanzlei des Landes. „Es geht auch um Hallen, die gepachtet oder langfristig gemietet sind.“ Denn die Unterschiede in der Situation der Eishallen sind vielfältig. „Was den Zustand angeht, aber auch wer zuständig ist“, sagt auch Walter Schneeloch, der Präsident des Landessportbundes NRW. Milz erklärt weiter: „Wir erwarten viel von unseren Sportvereinen, was ihre gesellschaftliche Arbeit, was Integration und Inklusion angeht, was die Vereine bereits leisten, ohne dass sie es so nennen. Wir müssen die Vereine aber auch mit der nötigen Struktur ausstatten. Daher bin ich gespannt, welche Anträge eingehen.“

Maedge, selbst Kölner, lobte beispielsweise die Unterstützung durch die Stadt Düsseldorf. „Die Sportförderung hier ist vorbildlich“, so der EHV-Präsident. So stellte Burkhard Hintzsche, Stadtdirektor und Sportbeigeordneter der Stadt Düsseldorf heraus, dass es für die Eissporthalle im Stadtteil Benrath einen Ersatzbau geben wird.

Derweil lobte Walter Schneeloch die Arbeit des EHV NRW. „Ich weiß noch, wie mich Rainer Maedge im Sommer 2015 angerufen hat, als es um die Gründung des Verbandes ging. Hier wurde professionelle Arbeit geleistet. In diesem Zusammenhang ist auch Bernd Schnieder zu nennen. Eishockey ist eine derart wichtige Sportart, dass es einfach Sinn machte, zum ersten Mal einen Eishockey-Fachverband auf Landesebene zu gründen.“

Trotz der stabilen Zahlen an Mitgliedsvereinen hat sich die reine Mitgliederzahl fast verdoppelt. „Und wegen das schulischen Ganztags zeigt das einfach, dass wir mit unseren Eisflächen in NRW an unsere Grenzen stoßen. Als Zeitfenster steht in etwa die Zeit von 17 bis 20 Uhr für Training der Nachwuchsmannschaften bereit. Das zeigt unseren Bedarf an Eissporthallen in Nordrhein-Westfalen“, sagt Maedge.
Die Arbeit des EHV NRW wird neben dem Präsidium durch die hauptamtlichen Teilzeitkräfte Angela Weimann, Günter Wehnert und Thorsten Licht gestützt. Philipp Kipp und Robin Beckers sind Landestrainer im EHV NRW. Seit August 2018 gibt es mit Pia Wittenhofer eine erste Fanbeauftragte des EHV NRW.

Von links: Burkhard Hintzsche (Stadtdirektor der Stadt Düsseldorf), Walter Schneeloch (Präsident des Landessportbundes NRW), Achim Staudt (EHV-Vizepräsident), Andrea Milz (Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt NRW), Heijo Böhme (EHV-Vizepräsident), Frauke Rautenberg (EHV-Vizepräsidentin), Robert Schütt (stellv. Generalsekretär des DEB), Rainer Maedge (EHV-Präsident).

Quelle: Hockeyweb / Friedhelm Thelen